medienmassaker

Archive for May, 2008

Alte Lieben rosten - definitv!

logoautofriedhof.pngIm Gürbental oberhalb Thun und Belp liegt Kaufdorf. Ein kleines Dorf in dem das Restaurant Bahnhof das Zentrum des Begegnens und die Welt komplett in Ordnung zu sein scheint. Im Bahnhöfli ist es das auch…. Vis à vis dann grad weniger zur Zeit. Dort befindet sich die Autoverwertung Messerli - oder zumindest Büro und Beratung. Die Firma Messerli hat - um es etwas treffend zu formulieren - ein paar Leichen im Wald….

Seit 1933 bewirtschaftet die Firma Messerli am Dorfrand einen Autoabbruch. chetelat-valerie_317198_b0400.jpgGesetz und Behörden haben dies aber in alt bewährtem Rahmen ja schon länger verboten und darum wurde die Verwertung dann in den 70igern still gelegt… aber nicht geräumt. Herzblut, Sammlergeist, alte Lieben, Zeitnot und lästige Kunden haben die Firma dazu bewogen den Autofriedhof nicht weiter zu pflegen und liessen ihn bewusst vergessen.
Können Sie sich nun vorstellen wie es da jetzt aussieht? Kombinieren wir ein wenig: Autos ab 1930 bis 1970, viele Wohlhabende aus den 50igern die Amis fuhren, Franzosen und Italiener dominierten, dreissig Jahre Natur die das sagen hatte… Klingelts?

In Kaufdorf entstand so ein einzigartiges Zeitdokument vergangener Tage - mehr als 500 Wagen - Cevrolet, Dodge, Ford, Porsche, Citroen, VW, BMW, Mercedes…. was sie wollen stehen unberührt da - Reihe in Reihe Perlen. Die Natur beginnt das Spiel zu gewinnen - verschlingt Blech und Chrom - Bäume wachsen durch Motoren - eine mulmig ruhige Atmosphäre herrscht - wie auf einem Friedhof. Nur Vögel singen….
Bis zum heutigen Tag war dieses Wäldchen nicht öffentlich was sich aber nun ab dem 31.5.08 ändert. Über den Sommer können Sie im Rahmen einer Kunstausstellung den Autofriedhof bestaunen und das Bahnhöfli nimmt es Ihnen sicher nicht übel wenn Sie später zum schwärmen noch auf ein Bierchen vorbei kommen…
Einziger Wehrmutstropfen - die Firma Messerli wird im März ‘09 den Acker räumen müssen wenn kein Wunder mehr passiert - typisch Schweizerisch wieder mal meinen wir von Medienmassaker… typisch! Vermutich wird wohl mehr Umweltbelastung beim Räumen generiert als momentan - dreissig Jahre nach dem letzten Öltropfen!

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Es dröhnt in der Hütte… Boris/Growing 18.05.2008 Salzhaus Winterthur

Ich war ja ziemlich gespannt als ich gestern abend das Salzhaus in Winterthur betrat. Boris aus Japan und Growing aus den USA, beides ziemlich gut bekannte Grössen in der Drone und Doom Szene, spielten zum Tanz auf. Mit gemischten Gefühlen hat sich der Unwissende auf ein unkonventionelles Konzert eingestellt und in den vorderen Reihen des Salzhauses Platz genommen. Schon ein Blick auf die Bühne, beladen von einer Armada von Tret und anderen Effekten deutete darauf hin wo es nun lang gehen wird.
Die zwei Jungs von Growing enterten mit Ihren Gitarren die Bühne und es dauerte nicht lange bis ich von der Klangästethik und Ihrer Performance (ich nenn das mal so) in den Bann gezogen war. Der Sound von Growing ist ziemlich schwer definierbar, vor allem viele Flächen und Gedröhn, kein oder fast kein Beat, alles erzeugt aus Gitarren und Effektgeräten. Eine Growing Performance ist Theater für Elektroniker und hat einen starken Hang zur Improvisation. Dies ist aber auch sehr gut verständlich wenn man bedenkt, dass hunderte von Reglern manuell richtig eingestellt werden müssen. Beim letzten Song z.B. fand der Gitarrist den gewünschten Klang nicht, schraubte an den Reglern, schüttelte den Kopf, steckte Kabel um, schüttelte den Kopf. Für den Zuschauer zeigte sich, dass sehr viel Handwerk hinter dieser Art von Sound steckt.. Ich war schwer beeindruckt.

Die Erwartungshaltung war daher gross, denn Boris waren ja Headliner und in der Kultrangliste ein paar Ligen über Growing. Boris starteten mit einem gefälligen langsamen Track, aber man merkte sofort, hier war wieder Songstruktur angesagt. Boris hat einen Drummer (der ist ein Psycho) und Gesang welcher haarscharf an einem Popstimmchen vorbeigeht. Schon während des ersten Tracks, kommen mir Zweifel bezüglich der Innovativität dieser Band. Aber was dann kommt, geht gar nicht. Boris treten aufs Gaspedal und es rumpelt in der Kiste. Ziemlich rasch fühle ich mich in meine eigene Uebungsraumzeit versetzt, so nach dem Motto, wir spielen jetzt schnell, Timing scheiss egal. Und es war Metal, Doom oder Stoner wie immer man das nennen mag. Jede Heavy Metal Band aus den spät80ern klingt einiges besser. Verfeinert wurden die Songs noch durch nerviges Geheule des Drummers. “Pissigaggi” würde unser Mack hier sagen. Starke Momente gab es nur während langsamen Passagen, so auch im letzten Song, der sich über ca 35 Minuten hinzog. Aber auch hier zerstörte der poppige Gesang etwas die Atmosphäre.

Trotzdem ein schöner inspiriernder Abend, Growing waren das Geld wert. Es schreit nach Drone Made in Switzerland. Zwei Treter hab ich schon zu Hause. We will keep you informed.

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soda, jetz geht’s richtig ab

Ich mach’s kurz. Auch im medienmassaker.ch blog darf die Euro ‘08 nicht fehlen. Darum grad das da:d-schwiz-freut-sich-uf-d-euro.mp3

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1291 - The Adventures of William Tell (2009)

tell_g.jpgNein, keine Angst - Die Redaktion von Medienmassaker hat diesen Film noch nicht gesehen… Aber erinnern Sie sich nicht auch gerne an die Phase der Schulzeit als Schiller’s “Wilhelm Tell” gelesen oder sogar in der Turnhalle zum Schulabschluss aufgeführt wurde? Wer den Tell spielen darf war ja für uns damals das Grösste - ich war’s leider nicht, konnte aber dafür in einer unbekannten Rolle einen Schwertkampf und eine Frau aufführen… Das wahr mehr als genung der Genugtuung….

Wilhelms Geschichte wurde seit 1928 mehr als 30 mal verfilmt und in Neuseeland und England gabs sogar TV-Serien mit weit über 40 Folgen… eigentlich sensationell wenn man so denkt… Schauen Sie sich hier mal die Titelsequenz zu der einen Serie an und ich bin sicher bei der Titelmusik wird Ihnen umgehend ein “Ahaaaa” entgleisen…

Hollywood Produzent Fred Caruso will nun in der Schweiz mit 60 Millionen Dollar das Epos toppen und weltweit in die Kinos bringen. Mit im Gepäch hat er bereits Kiera Chaplin als “Hedwyg” die als Nichte von Charlie Chaplin zur Zeit grad die Welt erobert.
Gedreht soll vorwiegend an Originalschauplätzen in der Zentralschweiz werden was “Luzern Tourismus” natürlich freut… Allwäg müssen die Urner dann den kleinen Parkplatz bei der Tellsplatte hinten noch etwas ausbauen…

Bei Musik und Drebuch sowie Kameraarbeiten konnten ebenfalls bereits Schweizer Fachleute für das Projekt unter die Haube gebracht werden und - und das wirkt für mich persönlich doch noch recht vielversprechend - die Regie soll von Ian Quinn geführt werden welcher bei Serien wie “Heroes” oder “24″ als Stuntcoordinator fungierte und sich früher selber als Stuntman die Knochen gebrochen hat… und “Actiooooon”!

Leider ist der Hauptdarsteller für “William Tell” noch nicht definitiv. Wir von Medienmassaker meinen aber dass Mike Müller eine erneute Chance erhalten soll. Vermutlich hat man sich aber betreffend Ablösesumme mit dem SF für “Chiaccobo - Müller” noch nicht gefunden und Viktor will das Programm allwäg nicht alleine machen… Der Erste Versuch war ja nicht grad ein Apfelschuss letzthin, oder? Was meinen Sie?

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