Tu mamá es también - Lust for Life (2001)
In Mexico ist “Tu mamá es también” von Null auf 100 zum erfolgreichtsten Film aller Zeiten mutiert als er 2001 dort in den Filmpalästen umgespult wurde. Warum das so ist wissen Sie sobald Sie den ersten grösseren Coup von Alfonso Cuarón gesehen haben. Später brilliert der gebürtige mexikanische Regisseur und Produzent dann mit “Children of Men” und “Harry Potter and the Prisoner of Azkaban” wieder im Kino, von “Paris, je t’aime” ganz zu schweigen. Spätestens jetzt dürfte Ihnen bereits klar sein in welcher Liga dieser mit sehr geringem Aufwand gedrehten Freudenbringer einzuordnen ist. Wurde zum Beispiel nur mit original Licht gedreht und die lokalen Traumziele Mexikos als Kulisse verwendet. Wer in Mexico war, kennt zu 99% “Puerto Escondido”, “Huatulco” und natürlich “Mexico City” selber… na? noch Fragen?
Zur Story: Tenoch und Julio sind zwei Teenager in der Blüte ihres Lebens. Frauen und Ihre Freundinnen sind alles was sie im Kopf haben. Das zeigt der Film dann auch grad in der ersten Einstellung - Seien Sie gespannt. Zusammen teilen Sie - so glauben Sie - jedes Gehemnis. Sogar um die Wette zu onanieren ist kein Tabu. . Als die beiden dann die elf Jahre ältere Ana kennen lernen ist um die Treue zu ihren Freundinnen geschehen und bald finden die beiden sich wieder auf einem Roadtrip zusammen mit ihr. Ana versucht noch über die Trennung ihrer Beziehung weg zu kommen und benuzt die Jungs als Ablenkung. Es ist eine Frage der Zeit bis Sie mit dem ersten in der Kiste landet, dann mit dem anderen, dann mit beiden, dann… ist es plötzlich nicht mehr so Lustig - das Leben schlägt zu.
Auf humorvolle Art und Weise baut der Film vielleicht etwas zu massiv auf nakte Tatsachen - ständig ist jemand am “Schiffen”, baden Leute nackt und auch dreckige Konversationen fehlen nicht - ”American Pie” lässt Grüssen. Schon bald lässt einem aber die Off-Voice mehr über die Charakteren Wissen und immer wieder eckt der Film auch an aktuellen Problemen in Mexico an. Durchaus als nicht nur ein Schnäbi-Klamauk à la USA sondern “Lust for Life” in allen Belangen also. Schöne Bilder, schlauer Inhalt, amüsante Szenen und ein überraschendes Ende, was wollen Sie mehr! Den Trip wünscht sich jeder irgendwann… holen Sie das jetzt nach!
Link zum Trailer gibs HIER. Bei Exila gäbs den 105 Minüter HIER.
Shrooms (2006)
Leider nie im Kino aber frisch mit Blut getränkt im DVD-Shop gibts Shrooms jetzt. Bereits im 2006 gezimmert kommt, warum auch immer, der Schauder erst jetzt in die Regale… Danke liebe Filmverleiher, danke, für’s lange warten.
Das “original, sexiest and best men’s magazine” - “Loaded” schreibt zu dem Streifen: “It’s one hell of a Trip”… und “one hell of a Trip hatte ich beim gucken, zweifels ohne.
Schlussendlich ist’s nix Neues, paar eher leichtgläubige Jugendliche kommen nach Irland und wollen sich im Wald mit Pilzelchen die Kappe zu hauen… und tun sie. Tara (Lindsey Haun - dürfte man(n) aus “Melrose Place” kennen) nimmt die falschen und kann ab sofort die Zukunft sehen… sprich sie weiss immer was passiert und isch komplett durch… die anderen erzählen sich noch eine Räubergeschichte die wahr ist, bekommen dann Schiss und die Killer-Party nimmt seinen Lauf… Der Schwarze Bruder ist ja noch im Wald… hohohoho….. und Ernie und Bearnie auch.
Falls Sie Pilze, Drogen, Blut und gute Spannung lieben ist das was für Sie. Recht geil umgesetzt fesselt er sofort und die Zeit verrinnt im Fluge… Die weitgehend unbekannten Darsteller und Produzenten sind aus Nebenrollen wie “Dukes of Hazzard”, “Ganges of New York”, usw… bekannt und geben alles. Qualitativ einwandfrei umgesetzt der Waldspielfilm - aber halt nix unbekanntes, auch das überraschende Ende nicht, leider… Blairwitch und co. lässt grüssen…
Link zum Film mit glattem PacMan - Verarschungsgame “Shroommuncher” gibts wo? HIER, natürlich.
No commentsFamilien DVD Abend oder Triple Zombie Treat
Mittwoch Abend. 21 Uhr. Kurz nach dem Nachtessen. Vati beschliesst, seiner Familie einen lustigen DVD Abend zu bescheren. Doch was für Filme soll er seinen Liebsten vorführen? Die Kinder, drei, fünf und acht Jahre alt, wollen Zombies. Gute Idee, findet Vati. Also der gute alte Dawn Of The Dead ? Oder lieber was asiatisches? Stacy? Tokyo Zombie? “Die sind natürlich alle richtig gut”, denkt sich das fürsorgliche Familienoberhaupt, “aber erfasst der 3 jährige Max die latenten gesellschaftskritischen Seitenhiebe? Oder ist er doch noch ein Jahr zu jung dafür? Perlen vor die Säue?”. Zum Glück hat Vati aber vorgesorgt und nennt nebst einer hochstehenden Zombie- und einer gepflegten Pornosammlung auch noch ein paar Familienfilme sein eigen. So trifft man sich nun, nachdem Mutti den Abwasch erledigt hat, voller Vorfreude vor der Grossleinwand in der Stube.
Den Auftakt macht Fido. Mit Fido kann sich auch Vati anfreunden: Irgendwann in den Siebzigern hat jede Familie, die etwas auf sich hält, einen Zombie als Haushaltshilfe. Die Untoten werden mit Hilfe von elektronischen Halskrausen von ihrem Appetit auf Menschenfleisch abgehalten, was genau solange gut geht, wie die eben erwähnten Halskrausen auch tatsächlich funktionieren. Gelungene Situationskomik, gemässigte Gore- und Splattereffekte, eine gelungene Story und herrlich überzeichnete und unglaublich farbenfrohe Szenarien machen Fido zum durchaus sehenswerten Zombieklamauk, der aber zu keinem Zeitpunkt an den Genre Meilenstein Shaun Of The Dead heranreicht.
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Die Kinder sind begeistert und überreden Daddy mühelos, noch einen zweiten Streifen zum Besten zu geben, da zwei Drittel von ihnen ja eh noch nicht zur Schule müssten und deshalb am Donnerstag so lange schlafen könnten, wie sie möchten und der Älteste auch erst um 8 Uhr im Schulzimmer anzutraben hätte. Die Hausaufgaben seien im Übrigen auch schon beinahe unter Dach und Fach.
Vati entscheidet sich für Black Sheep aus Neuseeland. Eine gute Wahl! Ein geldgieriger Farmer und eine verrückte Wissenschaftlerin kreuzen menschliches Erbgut mit dem von Schafen, um sowas wie eine Superschafrasse zu züchten. Welch Überraschung: Die Schafe, deren Charakterzüge man ohne schlechtes Gewissen als durchaus bösartig bezeichnen könnte, finden ihren Weg aus dem Labor in die Freiheit und zerfleischen, was immer ihnen vor das in flauschige Wolle eingerahmte Gebiss kommt. Gebissene werden dann lustigerweise auch noch zu Schafen. Grossartig. Die Kinder freuen sich über die fein gemachten Eingeweide und Körperteile, die die niedlichen Schafe den durchaus überrascht wirkenden Anwohnern entnehmen, respektive abbeissen. Der vermutlich beste und lustigste Zombiefilm mit Schafen seit… ähm… Sam Sheepdog And Ralf Wolf.
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Mitternacht durch. Zeit ins Bett zu gehen, meint Mutti. Doch die Kinder wollen noch nicht so richtig und bitten Papi, seine Filmkiste doch noch ein letztes Mal zu öffnen. Was der natürlich gerne tut und flugs Zombie Honeymoon hervorzaubert.
Zombie Honeymoon beschreibt die Geschichte eines jungen Paares, das sich nach der Hochzeit für ein paar Tage in einem Haus am Meer niederlässt um dort voller Tatendrang Zukunftspläne zu schmieden. Als Danny nach einer Surfsession von einem unerwartet aus dem Wasser auftauchenden (Ex-) Surfer attackiert und angespeit wird, bevor dieser verendet, nimmt die Story eine tragische Wendung. Danny mutiert allmählich selbst zum Zombie und wird zuerst vom Vegetarier zum Steakliebhaber, bevor die unbändige Lust auf Menschenfleisch überhand nimmt - nur von Tracy, seiner frisch angetrauten Ehefrau, kann er seine Finger (noch) lassen. Smart aufgebauter und von (eher Genre untypischen) präzis gezeichneten Charakteren und origineller Story lebender Horrorfilm, der es weder an Humor, Tragik, Spannung noch an solidem (Gore-) Handwerk mangeln lässt. Hut ab!
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So Kinder, jetzt aber ab ins Bett. In drei Stunden gehts zur Schule. Vati und Mutti wollen sich jetzt noch einen Film aus ihrer persönlichen Sammlung anschauen. Dazu dann das nächste Mal mehr.
Black Snake Moan (2006)
“Christina Ricci bring das Zelluloid zum brodeln”. Das ist es, was hinten auf der DVD-Hülle steht. Schauen Sie dazu noch das Poster des Stücks an und sie wissen warum ich zugegriffen habe bei Exlibris. Da hat Regisseur und Drehbuchautor Craig Brewer wohl ja eine Knalleridee für eine Story gehabt. Halbnakige Rakete an Kette beim alten Farmer ans Heizungsrohr gefesselt. Wow, was für ein Epos dachte ich mir und schob die scheibe in den Player… ist ja wirklich ein heisses Eisen, die Ricci - und Sämi L. Jackson und Timberlake sind ebenfalls hoch in meiner Favoritenliste… Chips, M&m’s und Sinalco parat… “Everything ist hotter down south” - Play!
Genau so wie gedacht geht’s dann auch gleich los… erste Szene - Rae (Ricci) und Ronnie (Timberlake) am poppen. Dazu Blues… und bereits rennt die 28 jährige auch schon im knappen Höselchen duch die Leinwand… Jahaaaa, Volltreffer! - Dachte ich, glauben Sie…! Weit gefehlt, weiss ich jetzt.
Zwar bekommt die Story (und auch der Betrachter) durch die Idee mit viel Haut und Ketten recht Schärfe, der Film ist aber alles andere als billiges Nakedeikino. Stellt sich doch dann heraus dass Rae eben recht unbeholfen überall ausgenutzt wird und der Lazarus (Sämi L. Jackson) als alter, gläubiger Farmer diese wieder auf den rechten Weg bringen will. Lazarus selber steckte ebenfalls grad in einer Lebenskriese und Rae’s Freund Ronnie fehlts auch an Vollkommenheit. Mit unkonventionellen Mitteln zeigt dann der ehemalige Blues-Meister den beiden Teenies dass es eben vorallem etwas braucht im Leben…. “i’ve got the blues - you’ve got the love” (der ist von mir, ha!).
Das Zusammenspiel von Haut, Blues, Lebensweisheit und Ketten ist perfekt. Der Film bietet jedem etwas und Fans von Schwarzen Südstaatenblues werden heulen vor Glück. Samuel L. Jackson, Ricci und Timberlake laufen in Höchstform und Craig Brewer insziniert seine Geschichte mit viel Aufwand. Die halbe Süd-USA ist am Soundtrack beteiligt und Jackson selber kann seit da auch Gitarre spielen. Brewer selber legt bei seinen Filmen immer wieder viel Wert auf die Musik. Mit “Hustle & Flow” (2005) gelang im bereits eine Hommage an die Rap-Musik. Mit “Black Snake Moan” gibts nun Blues und im “Making of” kündet er bereits den nächsten Film an… irgend etwas mit Country dann. Freuen wir uns!
“Black Snake Moan” war in der Schweiz nie im Kino und ist seit Februar als DVD im Handel. Da ist dem Kinobetreiber oder dem Verleiher aber einiges an Kinoeintritten duch die Lappen gesegelt… schade halt. Holen Sie das nach daheim auf dem Sofa, es lohnt sich.
Trailer zum Film
Titelkultsong “Black Snake Moan” performed by Samuel L. Jackson
Zombies! Zombies! Zombies!
Dass es sich beim hoffentlich bald auf DVD erscheinenden Zombies! Zombies! Zombies! nur um den besten Film aller Zeiten handeln kann, dürfte wohl allen hier Anwesenden spätestens nach dem Sichten des Trailers klar sein. Die Kombination aus Zombies, Stripperinnen und Motorsägen dürfte nicht mehr zu überbieten sein. Höchstens noch durch Zombies, Pornostars und Motorsägen.
Ich halte Sie auf dem Laufenden. Unterdessen können Sie sich ja den Trailer ein paar hundert Mal ansehen. HIER nämlich.
Mulberry Street (2007)
Ein grossartiges Beispiel dafür, dass sich die Qualität eines Filmes nicht über die Höhe des zur Verfügung stehenden Budgets und einem immensen Staraufgebot definiert, ist Mulberry Street, das erste Werk in Spielfilmlänge von Jim Mickle.
Die Story ist kurz und bündig und hat alles, was einen guten Film ausmacht: Rock’n'Roll, Untote und enge Krankenschwesternkostüme… ähm… verdammt, nein, das war Bubba Ho-Tep. Moment. Ah, jetzt aber: Gute Mucke, (rennende) Zombies und ähm eine kurze und bündige Story. New York’s Ratten entwickeln nämlich auf einmal das Bedürfnis, Menschen zu beissen, was die Gebissenen wiederum dazu veranlasst, sich langsam in rattenähnliche Wesen zu verwandeln. Dass sich die Rattenmenschen dann nicht von Karotten und Biomüesli ernähren möchten, dürfte naheliegend sein.
Der Regisseur legt für diese Art von Film erstaunlich viel - im positiven Sinne - Wert auf das Zeichnen der einzelnen Charaktere und lässt sie nicht - wiederum für diese Art von Film - erstaunlich wenig blödsinnige und für den Zuschauer unbegreifliche Dinge tun. (”Geh Du mal allein in den stockfinsteren Wald und schau Dich um während ich hier allein im Haus der menschenfressenden Mutanten auf Dich warte.”) Hervorzuheben sind nebst den überdurchschnittlich guten Leistungen der Schauspieler auch die virtuose Bilderwelt, die mit kreativen Effekten und ungewöhnlichen Kameraeinstellungen erzeugt wird und die Soundcollagen, die eine beklemmende Stimmung zu erzeugen vermögen und perfekt mit den Bildern verschmelzen.
Die im Film verwendeten Songs sind äusserst geschackvoll ausgewählt, was ich wieter unten grad am Beispiel von The Walkmen, die ihr The Rat beitragen, demonstriere. (Bows & Arrows von The Walkmen kann ich nebenbei sowieso empfehlen. Gehört in jede gutsortierte Plattensammlung. Teilweise herrlich schräg, melancholisch und einfach schön.)
Fazit: Nicht einfach ein primitiver Slasher (wobei dagegen ja auch nicht grundsätzlich etwas sprechen würde), sondern ein gelungener, abwechslungsreicher, handwerklich saugut gemachter, mässig blutiger, schneller und spannender Indiestreifen. Empfehlenswert!
No commentsTEKKONKINKREET (Tekon kinkurîto)
so. jetzt ists aber mal zeit fuer ein stueck filmgeschichte der etwas anderen art. tekkonkinkreet ist, zumindest meiner meinung nach, der wohl beste, wenn nicht sogar einer der besten oder zumindest weit vorne angesiedelten, animationsfilme. zuviel von der story zu verraten waere schade und wuerde mir vorallem viel zuviel arbeit machen. darum nur kurz:
black und white, zwei jungs von der strasse (nicht ganz so wie aggro berlin, mehr so wie die in bangkok denen man amigs essen zuwirft damit sie tricks zeigen, aehmm… das hab ich so gehoert. war ja selber noch nie dort und sogar als ich dort war hab ichs natuerlich nie gemacht.). zusammen bilden sie eine superheldentruppe, die als selbstauferlegtes ziel den schutz ihres viertels, treasure town, hat. mal abgesehen, dass die einheimischen davon nur so mittel begeistert sind, beschliesst die lokale yakuza aus treasure town einen vergnuegungspark zu machen. black gibt sein bestes dies nicht zuzulassen, muss jedoch gleichzeitig einen grossen teil seiner aufmerksamkeit seinem leicht aus der realitaet abgerueckten bruder white widmen, der alleine nicht ueberlebensfaehig scheint. so scheint es zumindest.
der regisseur des films ist ein amerikaner namens Michael Arias, der vor 15 jahren oder so nach japan ausgewandert ist und jetzt seinen ersten film realisiert hat. der stil der animation ist sehr ungewoehnlich, aber absolut ueberzeugend. die mischung aus handgezeichneten hintergruenden und gerenderten actionsequenzen geht, ueberraschenderweise, auf. mehr als das. die filmmusik verdient ebenfalls ein extra: gut gewaehlt. wer filme mit einer guten portion philosophie und excellenter unterhaltung nicht von vornherein auf die “nein, den mist schau ich nicht” - list setzt (so wie ich das persoenlich mit romantischen komoedien mache), sollte sich die DVD grad posten (zum beispiel bei cede.ch). wer noch nicht ganz ueberzeugt ist, kann sich ja zuerst den trailer ankucken: HIER nämlich.
so siehts aus. und wenn man dann grad bei youtube ist, unbedingt nach “vicious cycles” suchen. ebenfalls ein stueck animations geschichte. wenn auch etwas anders.
2 commentsFear and Loathing in Las Vegas (1998)
Wisse Sie was “Gonzo-Journalismus” ist? So richtig gewusst habe ich das auch nicht, bis gestern Abend…
Aber ganz vor vorne. Schon die ganze Woche am gesüchteln habe ich spontan beschlossen ein Auskurierwochenende daheim vor der Leinwand zu verbringen. Blöderweise scheint ununterbrochen die Sonne und das Wohnzimmer lässt sich nicht abdunkeln… aber ein klassischer Klassiker den ich mir die Woche noch bei Exila organisiert habe, hat’s trotzdem gegeben nach dem Sunset… Und, meine Damen und Herren, dann was für einer…
Hunter S. Thompson kreierte das Drogenepos als Birnezuknallen grad voll modern war. Nein nicht heute, sondern 1971 als Buch. Ein Bestseller dazumals. Thompson selber war Journalist und Schriftsteller, schrieb für’s Rolling Stone und kandidierte sogar mal als Scheriff, verlor die Wahl aber knapp… und eben, er definierte den Journalisums neu… erfand neue Schreibweisen und nicht zu letzt war er der Meinung dass Notizen, welche während dem Geschehniss selber auf dem Notizblock entstehen, die ehrlichsten, wichtigsten und treffendsten sind. Er veröffentlichte also sein Gekritzel ohne Nachbearbeitung direkt in den Zeitungen ohne Netz und doppelten Boden. Grausige Wörter, oftmals unter Drogeneinfluss entstanden, schockten Redakteure und Leser! Gonzo-Journalismus sagt man dem anscheinend, weil “Totally Gonzo” so quasi “komplett eins am Helm” bedeutet in Amerika.
Jetzt zum Film aber… “Fear und Loathing in Las Vegas” ist die Verspielfilmifizierung von Thompsons Werk und spielt in Las Vegas. Richtig. Duke (unverkennbar Thompson) reist mit seinem Anwalt Gonzo (dämmerts Ihnen?), vollgehauen mit allem Berauschenden was der Markt zu bieten hat, berufeshalber nach Vegas. Er soll über ein Töff-Rennen schreiben und sein Anwalt ihm helfen zu drögelen. Das ist nähmlich das eigentliche Ziel der beiden. Kiffen, Sprizten, Schnüffeln bis der Notarzt kommt. Und, das machen Sie auch. Peng, fertig, Story ist erzählt… so einfach ist das.
Geil an dem Film ist sicher die Besetzung, sorgen doch Jonny Depp (Duke), Benicio Del Torro (Gonzo), Cameron Diaz und Christina Ricci und auch der Spiderman Tobey Maguire für Hollywood-Reife. Der Oberboss beim Dreh war Terry Gilliam der unter anderem zum Beispiel für den Inhalt der Monty Python Filme verantwortlich ist. Thompson selber wirkt als Cameo-Fuzzi auch noch irgendwo mal mit.
Sie sehen, die Zusammensetzung von Geschichtenschreiber, Regie, Handlung und Darsteller ist eine verdammt explosive Mischung. Das Resultat aus dem Cocktail ist es auch. Irrsinnig simpel die Story, um so heftiger die Umsetzung… So sind die Bilder, viel im Weitwinkel, sensationell nah beim Geschehen und das Set wirkt immer äusserst farbig. Sechs von fünf Oskaren hat hier sicher die Ausstattung verdient. Sie dürfen während dem Reinziehen (vom Film) ruhig mal Pause drücken und sich die unglaublich schön verwüsteten Hotelzimmer mal genauer angucken. Der Soundtrack bringt dem Streifen noch das Roadige… äusserst Hörenswert die alten Würmer.
Was man von dem Kultstück halten soll weiss man nicht so recht. Aber genau das macht es aus. Dass die Story eigentlich auch etwas zwischen den Zeilen gesehen werden muss, kommt einem vielleicht erst nach dem Genuss in den Sinn… eckt der Film doch immer wieder an Politik und Gesellschaft an, ganz bewusst.
Der Filmtitel wurde übrigens aus dem Buch von Thompson übernommen und die Welt kennt seit da den Ausdruck “Angst und Schrecken“. Ich bin sicher auch Sie haben das schon gesagt ohne zu wissen wessen Wörter Sie da grad kopieren… Vorsicht, Vorsicht!
Der Film wirkt so wie die Beschreibung von Thompson selber. Durchgeknallt, einzigartig, querdenkend, gonzo…. das unterstreicht auch die Tatsache dass sich der gute Freund von Keith Richards, Bob Dylan und Jonny Depp dann 67-jährig im 2005 erschossen hat. In jeder Hinsicht speziell, Herr Thompson und “Fear and Loathing in Las Vegas” also. Auskurieren mit so viel Betäubungsmittel vor der Nase geht prima übrigens.
By the way darf man im 2009 mit “The Rum Diary” rechnen, einem ebenfalls von Thompson geschriebenen Schunggen der wiederum mit Depp, Del Torro und sogar noch dem Nick Nolte auf Zelluloid gebannt wird. Auch ein Dokumentarfilm von Sean Penn über den Gonzo-Meister gibts: “Buy the ticket, take the Ride” heisst der.
No commentsBubba Ho-Tep (2002)
Dass Bruce Campbell einer der 10 weltbesten Schauspieler der Welt ist, weiss man spätestens seit Evil Dead. Alles, was nachher von und vorallem mit ihm über unsere blutverschmierten Bildschirme flimmerte, vermochte diese Auszeichnung nie auch nur in geringster Weise in Frage zu stellen. (Nicht, dass alles gut war - eher im Gegenteil - aber wer sich seine Sporen mal auf so ehrliche Weise verdient hat, dem kann man die eben genannten nicht mehr aberkennen. Ausser derjenige spielt bei Brokeback Mountain mit. Aber was mit Schauspielern geschieht, die bei solchen Filmen mitspielen, hat man ja eben grad gesehen. Aber ich schweife ab.)
Bubba Ho-Tep hat alles, was einen guten Film ausmacht: Rock’n'roll, von den toten Auferstandene und enge Krankenschwesternkostüme. Mehr muss, kann und darf man über dieses Meisterwerk eigentlich nicht sagen, ohne dass man die Schlagkraft der drei eben genannten Argumente in Misskredit bringt.
Gut, ein paar Worte noch zur Story: Elvis liegt mit einem seine Männlichkeit zierenden Geschwür im Pflegeheim. Flashbacks in seine ruhmreiche Vergangenheit. John F. Kennedy, dunkelhäutig, ebenfalls im Heim daheim, ist sein bester Freund. Zusammen beschliessen sie, ihrer Reputation endlich wieder mal gerecht zu werden und die verdammte Mumie, die jede Nacht im Stift auftaucht um dem einen oder anderen Insassen während dessen Schlaf die Seele aus dem Arschloch zu saugen (!), ein für alle Mal in den Hades zu schubsen. (Um meine Sachkenntnis der germanischen Sagenwelt eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.) Ob ihnen das gelingt? Ich verrate es Ihnen an dieser Stelle selbstverständlich nicht. Ok, sie schaffen es. Sterben aber am Schluss beide heldenhaft. Gute und hochstehende Unterhaltung und viel Spannung wünscht Ihnen Ihr Medienmassaker Team.
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